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Der Nutzen des Strassenverkehrs

Was kostet der Verkehr ?

Der Bund holt vom privaten Verkehr über Steuern und Abgaben jährlich rund 7 Milliarden Franken in die Bundeskasse. Der Automobilist leistet damit einen beträchtlichen Beitrag zur Finanzierung unseres Staates. Der Strassenverkehr soll aber weiter belastet werden. Die sogenannten externen Kosten sollen direkt dem Verursacher angelastet werden. Unter externen Kosten werden Kosten verstanden, welche durch Umweltschäden, Lärm oder Unfälle verursacht werden und von der Allgemeinheit zu tragen sind. Diese Kosten werden durch vom Bund beauftragte Experten auf 7 Milliarden Franken geschätzt. Sie sollen möglichst rasch dem Strassenverkehr angelastet werden.

Nicht berücksichtigt wurde dabei bisher, dass der Strassenverkehr der Allgemeinheit auch Nutzen bringt. Der Bund hat sich geweigert, in diesem Bereich Nachforschungen anzustellen. Eine Studie der Universität Köln, welche im Auftrag der Strassenverkehrsverbände verfasst wurde, liefert nun die längst fälligen Zahlen zum volks-wirtschaftlichen Nutzen des Strassenverkehrs. Der Verkehr übt für unsere Volkswirtschaft eine Schlüsselfunktion aus. Ohne Mobilität könnten weder Güter noch Arbeitskräfte transportiert werden und die Produktivität unserer Wirtschaft wäre wesentlich geringer. Das hiesse weniger Wohlstand und tiefere Einkommen für alle. Die Studie der Universität Köln vergleicht die Entwicklung des Wirtschaftswachstums in der Schweiz mit und ohne Zunahme der Verkehrsleistung seit 1980. Berücksichtigt werden dabei nur der Geschäfts-, Ausbildungs- und Pendlerverkehr. Der private Strassenverkehr ist für knapp 82 Prozent der Produktivität des gesamtenVerkehrs verantwortlich. Die Studie kommt zu eindrücklichen Schlüssen. Hätte der private Strassenverkehr seit 1980 nicht mehr zugenommen, wäre die Arbeitsproduk-tivität heute rund 7,5 Prozent tiefer. Das bedeutet für 1995 ein um 28 Milliarden Franken kleineres Bruttoinlandprodukt (BIP). Die Stärke unserer Volkswirtschaft hängt also zu mehr als 7 Prozent von der Entwicklung des Strassenverkehrs ab, welcher somit einen entscheidenden Faktor darstellt. Mit diesen Zahlen kann nun auch der Gesamtnutzen des Verkehrs berechnet werden. Die Studie kommt auf einen Gesamtnutzen von rund 58 Milliarden Franken für den privaten Strassenverkehr und 49 Milliarden Franken für den Strassengüterverkehr. Davon kommen rund 27 Milliarden Franken auf Grund der oben erwähnten Effekte der Allgemeinheit zugute und können nicht vom Leistungserbringer dem Kunden verrechnet werden. Das bedeutet somit einen echten externen Nutzen.

Vergleicht man nun diese Zahl mit den von den Experten des Bundes berechneten externen Kosten von rund 7 Milliarden Franken, so bleibt ein Nutzenüberschuss von 20 Milliarden Franken. Damit fällt die These, dass der private Strassenverkehr von der Allgemeinheit gestützt wird, in sich zusammen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Bürgerinnen und Bürger haben in den vergangenen Jahren massiv vom Wachstum des Strassenverkehrs profitiert. In den letzten Jahren wurde immer wieder mit fragwürdigen Mitteln versucht, dem Strassenverkehr irgendwelche theoretischen Kosten anzulasten.

Dabei wurden bewusst oder unbewusst wichtige Fakten nicht berücksichtigt. Diese Manöver dienen bei genauerem Hinsehen jedoch lediglich dazu, die Automobilisten einmal mehr zur Kasse zu bitten und dem Fiskus zusätzliche Steuergelder zuzuführen. Diese durchsichtigen Manöver werden durch die Ergebnisse der neuen Studie schonungslos entlarvt.

Der Strassenverkehr muss noch umweltverträglicher, sicherer und effizienter werden, daran besteht kein Zweifel. An diesen Zielen wird insbesondere in der Industrie laufend gearbeitet. Verbesserungen wurden in der Vergangenheit vornehmlich durch technischen Fortschritt erreicht. Die Mittel für Forschung und Entwicklung sind wichtig. Sie sollten nicht für fragwürdige Subventionierungen und zum Füllen von leeren Kassen durch den Staat abgezogen werden. Dafür wird sich die Vereinigung der Schweizer Automobil-Importeure auch in Zukunft einsetzen.


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